Mein neues Artist Statement

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Irgendwann kommt die Zeit der Veränderungen. So verhält es sich auch mit meinem Artist Statement.

Es interessieren mich noch immer die selben Themen. Jedoch ist mein Fokus (bedingt durch meine Hirntumor-OP und damit meinen körperlichen Einschränkungen) jetzt gerade auf die Gouache Malerei fixiert.

Gouache Farben

Dabei ist dies kein Notnagel. Es ist eine Zeit des Wandels. Ich kann all die Leute gut verstehen, die fragen: »Warum hast du die Pastellmalerei beiseite geschoben?“

In erster Linie geht es für mich um das Licht in der nordischen Landschaft. Ihre besondere Strahlkraft an trüben wie an hellen Tagen. Das Medium Öl war mir ein treuer Begleiter für meine Plein Air Malerei geworden.
Letztendlich ist das Medium egal, um dieses Licht zu interpretieren. Aber Gouache hat mich schon immer angesprochen. Gouache sowie Aquarell sind Wasserfarben. Während Aquarell transparent ist, gewährt das deckende Gouache einen ähnlichen Arbeitsprozess wie die Öl- oder Pastellmalerei. Das bedeutet ich kann Schicht für Schicht meine Farben übereinander setzten. Auch helle auf dunkle. Es eröffnet mir neue, ungeahnte Umsetzungsmöglichkeiten, die so  in Pastell oder Öl nicht möglich wären.

Es ist eine Zeit des Wandels und der Veränderungen. Denn Stillstand bedeutet für mich künstlerisch und menschlich gesehen eher Rückschritt.
Wo sich eine Tür schließt, steht schon die nächste weit offen.

 

Biike im Zwielicht

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Leider werde ich dieses Jahr es nicht zur Biike schaffen. Diese findet in Nordfriesland nach altem Brauch am 21. Februar statt. Also habe ich mich alter Fotos und Skizzen bedient und eine Szene eingefangen, die ich schon lange umsetzen wollte.

Es geht um die Stimmung unmittelbar bevor der riesige Holzhaufen in Brand gerät. Erste Flammen lodern auf und riesige blaue Rauchschwaden ziehen durch die Nacht.

Astrid Volquardsen - Biike im Zwielicht
Biike im Zwielicht, Gouache, 17×13 cm auf Aquarellpapier,

Aussichtspunkt Schwanenwik (Vorstudie)

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Ich stelle mir mit all meinem Herzen vor, wie es ist in diesem Frühjahr an der Alster zu sein. Das tut der winterlichen Skizze keinen Abbruch.

Aussichtspunkt Schwanenwik (Vorstudie)
Aussichtspunkt Schwanenwik (Vorstudie) Canson Skizzenbuch

 

Diese Skizze ist auf normalen Papier entstanden. Die endgültige Fassung werde  ich auf Aquarellpapier umsetzen. Es war für mich ein Erkunden, was die Komposition angeht.

 

Humor hilft heilen

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Skizzenbuch - Humor hilft heilen
Skizzenbuch – Humor hilft heilen

Das Frontcover meines neuen Skizzenbuches.

Wo auch immer ich mich in den Arztpraxen aufhalte, habe ich für jeden Mitarbeiter oder Patienten eine Nase parat. Der Lacherfolg gibt mir Recht. Und es schüttet auch bei mir Endorphine frei.

Astrid im Epilepsiezentrum
Astrid im Epilepsiezentrum

Amaryllis – »Plein Air«

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Wie arbeitet man sich heran, nachdem eine lange, sehr lange künstlerische Auszeit hatte und einem schlichtweg die Koordination und Konzentration fehlen?
Nachdem ich nahezu 8 Monate in der Klinik, Reha und auf dem Sofa verbracht habe, fand ich es äußerst hilfreich mich fallen zu lassen und abzuwarten. Auf meinen Körper zu hören und auf das »Kribbeln« zu warten, das irgendwann zu einem zurückkommt.

 

(c) Astrid Volquardsen, 2018
Gouache Skizze in Cansons Skizzenbuch

 

Wenn es ins Detail geht, hilft folgender Trick: Einfach nur auf Farben, Formen und Linien achten. Wen interessiert es, ob die Form exakt ist. Es gilt, dass Konzentration und das Ausdauervermögen wieder angekurbelt werden. Aber vor allen Dingen soll es mir Spaß machen und ich mich wieder an den Farben erfreuen können.

Ein etwas anderer Jahresrück- & Ausblick

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Kräne in der Hafencity, Foto von Marc Volquardsen, © 2018

Noch sind bei mir viele Baustellen abzuschließen, aber wie auch die Hafencity schaue ich in eine positive Zukunft. Dazu passt dieses Zitat von Tom Hanks:

Never give up because you don’t know what the tide will bring the next day.

Gib niemals auf, weil Du nicht weißt, was die Flut am nächsten Tag bringen wird.

Das dies kein leichter Spaziergang werden würde, war mir Ende April schon klar, als ich im Krankenhaus Buchholz die Diagnose „Hirntumor“ bekam. Aber was für ein Sturm auf mich zukommen würde, mit all seinen Höhen und Tiefen, dass kann nur nachvollziehen, wer es selbst durchlebt hat.

Deshalb mein zutiefst herzlicher Dank an alle, die mich auf diesem Weg begleitet haben und noch immer begleiten. Ich trage sie tief in meine Herzen.

  • Dr. Langer und Dr. Lücke, von der Asklepios Klinik Altona, ohne deren chirurgische Eingriffe ich wohl heute nicht mehr unter Euch wäre,
  • den Plegeteams von der Intensiv Station, der Intensive Care und der Neurologischen Station der Asklepios Klinik Altona,
  • den Teams von der Neurologischen Station des Rehazentrums in Soltau
  • und natürlich der Physio- und Ergotherapie, was haben die mich gepuscht!
  • Nicht zu vergessen, die Logopäden.

Mit welcher Fürsorge und Respekt all diese Teams gearbeitet haben, verdient meinen Respekt. Diesen Teams kann ich nur all meine Bewunderung und Dankbarkeit ausdrücken. Den Pflegenotstand haben sie mich nie spüren lassen, obwohl ich weiß, dass es ihn gibt.

  • Dem Praxisteam um Dr. Seehars,
  • dem Team des Epilepsie Zentrums Rotenburg um Dr. Streger,
  • dem onkologischen Team von Dr. Schieder,
  • meine Freunde und Nachbarn, die immer für mich da sind, wenn ich Ihre Hilfe brauche.

Mein besonderer Dank geht an meine Familie, insbesondere an meinen Mann und Sohn. Was mein Mann mir an Liebe und Unterstützung zukommen lässt, ist nicht in Worte fassbar und ich bin ihm unendlich Dankbar. Wir drei haben zusammen geweint und gelacht – unbezahlbar.

Es ist für Außenstehende nur schwer vorstellbar, wie meine Krankheit mein Leben und das meines engsten Familienkreises auf den Kopf gestellt hat. Aber wir halten zusammen und gewinnen Kraft für unsere Zukunft, frei nach dem Sprichwort:

Yesterday is history
tomorrow is a mystery
but today is a gift.
That is why it’s called the present.

Das Gestern ist Geschichte
das Morgen nur ein Rätsel
doch das Heute ist die Gegenwart.
Das zu erleben ist ein Geschenk.

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