Notan

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Den Begriff Notan verwende ich des öfteren und daher möchte ich ihn an dieser Stelle erklären.
Der Ausdruck kommt ursprünglich von der ostasiatischen Tuschezeichnung und wird verwendet, um die Helligkeit und Dunkelheit in einem Bild zu bezeichnen. Das original Schriftzeichen wird im Japanischen »no-tan« ausgesprochen und bezieht sich darauf, wie dicht die Tusche aufgetragen ist. Diese ist entweder dicht und dunkel (no) oder mit Wasser vermischt hell (tan).

Künstler haben dieses Prinzip für die Malerei umgesetzt. In kleinen Notan Skizzen kann der Maler die Verteilung der Haupttonwerte schnell ermitteln und damit sehen, ob die Bildkomposition funktioniert. Gelingt es dem Künstler, eine gute Komposition in schwarz/grau/weiß zu finden, wird diese auch in Farbe funktionieren. Nur eine starke Komposition und der Gebrauch der richtigen Tonwerte bringen ein gutes Bild hervor.
Die drei Kurzskizzen zeigen, wie unterschiedlich eine dunkle Landmasse wirken kann, je nachdem, wieviel Gewicht ihr in dem Bild geben wird.
Stimmt der Unterbau nicht, kann auch die schönste Farbe das Bild nicht retten. Der amerikanische Pastellmaler Richard McKinley sagt dazu: »Color gets the glory, but value does the work.« (Die Farbe bekommt den Ruhm, aber die Arbeit erledigen die Tonwerte.)

Notan zum Pastellbild »Ruhiger Abend«
© Astrid Volquardsen

 

Diese Kurzskizzen müssen nicht aufwendig sein, sondern sind ein Hilfsmittel.

Ruhiger Abend, 2008, Pastellkreide, 13×21 cm
© Astrid Volquardsen

Dieses Bild wird unter anderem ab dem 19. September 2008 in der Galerie Kunst.Stil in Hamburg zu sehen sein.

Dünen der Nordseeküste

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Das Dünenthema lässt mich nicht los.

Worin liegt nur die Faszination? Wenn ich mich einem Dünenübergang näher, kommt in mir immer die Frage auf, wie Himmel und Meer dahinter wohl aussehen. Manchmal verrät mir schon das Rauschen der Brandung, dass ich auf ordentliche Wellen hoffen darf. Mir kann es in diesen Augenblicken nicht schnell genug gehen, bis ich das Meer erblicken kann. Der Sand ist schwergängig und manchmal leuchtet er weiß wie Schnee.

Zum Weststrand, 2008, Pastellkreide, 13×21 cm

 

Mittlerweile habe ich viele verschiedene Strandübergänge in den Dünen skizziert.
Heute sind viele Übergänge, verständlicherweise, aus Küstenschutzmaßnahmen »gezähmt« worden. In mir trage ich aber meine Kindheitserinnerungen, in denen die Dünen wilder sind.

Ich kann nicht völlig aus der Vorstellung heraus arbeiten. Das Ausgangsmotiv ist real, aber die Erinnerungen und das Gefühl fließen in meine Arbeit mit ein. Zudem verselbstständigen sich die Bildideen durch Kurzskizzen, sogenannte »Notans«, in denen ich ich Verteilung der Formen und Tonwerte und des Lichteinfalls ausprobiere:

Grobe Notans

 

Während des Malprozesses kann sich manchmal ein Bild auch weiter von der Skizze entfernen, aber das ist ja gerade auch das Spannende an der Malerei. Wie letztendlich die Farben auf meinem Papier miteinander reagieren und agieren ist immer wieder eine aufrgende und spannende Reise.

All das fließt in ein Bild mit ein – es gibt bei meinen Pastellbildern also nicht die Vorlage, die eins zu eins umgesetzt wird. Dennoch stelle ich immer wieder erstaunt fest, das Betrachter das Gefühl haben, dass die Örtlichkeit von mir genauso festgehalten ist, wie sie sie kennen.

Das kleine Format

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Des öfteren werde ich darauf angesprochen, warum ich häufig in so kleinen Formaten meine Bilder umsetze, da dies doch von der landläufigen Lehrmeinung think big abweicht.

Ich setze Motive auch gern in größere Formate um, doch gerade die Arbeit mit dem kleinen Format übt einen besonders großen Reiz auf mich aus. Die Größe und Weite der Landschaft einzufangen, so dass die Stimmung trotzdem bei dem Betrachter ankommt und das Bild funktioniert, ist eine große Herausforderung. Letztendlich geht es darum, als Künstler authentisch zu bleiben: Zu diesem Zeitpunkt bedeutet das für mich, dass noch viele Bilder in kleinen Formaten folgen werden.

Vor dem Regen, 2008, Pastellkreide, 13×21 cm
© Astrid Volquardsen
Privatsammlung

 

Mein Kollege Ralf Scherfose hat anläßlich der Ausstellung »Ein Tag am Meer« folgende Worte dafür gefunden:

»Auffallend ist die malerische Stimmigkeit der Bilder von Astrid Volquardsen im kleinen Format.
Lässt sich der unerfahrene Betrachter oftmals von der Vordergründigkeit des großen Formates beeindrucken, sieht sich das geschulte Auge bei Astrid Volquardsen mit Bildern konfrontiert, die in ihrer malerischen Dichte, trotz der oftmals kleinen Größe nichts an Präsenz vermissen lassen.
Die Arbeiten überzeugen in Ihrer Raumtiefe und der damit einhergehenden perfekt abgestimmten Farbperspektive.
Über die verblüffend klare Farbigkeit und die subtile Abstufung der Tonwerte gelingt es der Lüneburger Malerin auf bezeichnend eindringliche Art etwas selbst Gesehenes und Gefühltes als Malerei zu realisieren und nicht wie so oft gefällige Motive als Dutzendware im Großformat zu präsentieren.
In gewisser Weise haben die Bilder den intimen Charakter von Kammerstücken in der Musik.«

Ralf Scherfose im März 2008 anlässlich der Ausstellung »Ein Tag am Meer«.

Neue Arbeiten im kleinen Format mit dem Schwerpunkt Sylt werden ab dem 19. September 2008 in der Galerie Kunst.Stil in Hamburg zu sehen sein.

Ordnen meiner Pastellkreiden nach Tonwerten

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Der Tonwert ist die relative Helligkeit oder Dunkelheit eines Farbtons. Da ich als Pastellmaler mir nur bedingt Farben ermischen kann, bin ich darauf angewiesen, helle, mittlere und dunklere Tonwerte in meinem Sortiment zu haben. Mit dem Buch Multi-Brand Color Chart Pastel habe ich nun mein gesamtes Sortiment erfasst, analysiert und nach Tonwerten geordnet. Im Bild sieht man einen Ausschnitt daraus.
Auf einem grauen Bogen Pastel Card (mittlerer Tonwert) habe ich Farbproben sämtlicher Kreiden aufgetragen. Unten findet man die dunkelsten Tonwerte, hier z.B. Rot und Orange, nach oben werden diese immer heller.

Bei meiner Farbkarte habe ich zudem das Prinzip des zylindrischen Farbraumes angewendet. So habe ich einen Farbverlauf von Rot über Orange, Gelb, Grün und Blau zu Violett.
Nachdem ich alle Farben aufgetragen hatte, war für mich auf einem Blick zu sehen, wo es Lücken in meinem Sortiment gibt.

The Pastel Journal

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In Amerika erscheint ein Kunstmagazin, das sich ausschließlich nur mit der Pastellmalerei beschäftigt. In jeder Ausgabe werden verschiedene Künstler ausführlich mit ihrer Arbeit vorgestellt. In den Interviews geben die Künstler in der Regel sehr bereitweilig Auskunft über ihre Arbeitsmaterialien und Vorgehensweisen. Das englischsprachige Magazin wird abgerundet durch Tips und Ratschläge rund um die Pastellmalerei. Es kann nur direkt bezogen werden über www.pasteljournal.com.

Copyright des Covers durch F+W Publications
Coverbild von Cindy House.

Föhrer Wattwanderung

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Der Wechsel der Gezeiten ist ein wesentliches Merkmal der nordfriesischen Küste. Das trockenfallende Watt bietet immer wieder neue Eindrücke, da Gezeiten und die Lichtverhältnisse einem ständigen Wechsel unterliegen.
Um einen anderen Blickwinkel in die Weite der nordfrisischen Küstenlandschaft zu bekommen, bietet sich eine Wattwanderung an. Im Juli machten wir uns morgens bei leichtem Ostwind und strahlend blauen Himmel auf den Weg von Föhr zur Nachbarinsel Amrum.

Mein Malerauge findet blauen Himmel nicht unbedingt reizvoll, doch die Küste von Sylt taucht im blauen Dunst auf und ziemlich klar zeichnen sich die Dünenspitzen Amrums ab. Der braune Wattboden mit seinen Rippelstrukturen bietet einen interessanten Farbkontrast. Wie gerne würde ich hier meine Staffelei aufbauen und die Eindrücke festhalten. Meine Sinne sind aufs höchste aktiviert und im Skizzenbuch halte ich Blickwinkel und Ideen fest. Schon jetzt freue ich mich auf die Pastellbilder, die entstehen werden.
Nach einer ca. 8 km langen Tour müssen wir kurz vor Amrum den Priel »Mittelloch« durchqueren. In den letzten Jahren hat er sich vertieft, so dass Badehosen und -anzüge zum Einsatz kommen. Beeindruckend welche Kraft das ablaufende Wasser besitzt! Unser sachkundiger Führer Walter Lehmann hat noch einen flotten Schnack parat: „Ich gehe als Erster durch den Priel. Wenn meine Mütze plötzlich oben auf dem Wasser schwimmt, wissen sie, dass die Kleineren unter ihnen sich weiter rechts halten müssen.”

Als Landratten kann man die Kraft des Wassers und die Wetterverhältnisse an der See schnell falsch einschätzen, deshalb sollten Wattwanderungen immer unter sachkundiger Führung unternommen werden.

Über Tourenvorschläge von Leserseite würde ich mich sehr freuen. Ich stelle diese gern auf diesem Blog weiteren Lesern zur Verfügung – oder nutzen sie einfach die Kommentar-Funktion unter diesem Artikel, um direkt eine Vorschlag zu schreiben.

Web-Links:

Vergleich von Pastellen nach Härtegraden

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Des Öfteren werde ich gefragt, wie hart Sennelier Pastellkreiden im Vergleich zu den anderer Hersteller sind. Der Künstlerbedarf Dakota Art Pastells hat dazu folgende Liste erstellt, von weich nach hart:

  1. Schmincke
  2. Great American
  3. Sennelier
  4. Unison
  5. Terry Ludwig
  6. Diane Townsend Soft
  7. Diane Townsend Terrages
  8. Daler and Rowney
  9. Giraul
  10. Mount Vision
  11. Rembrand
  12. Art Spectrum
  13. Winsor&Newton
  14. Holbein
  15. Nupastel
  16. Fabercastell Polychromos
  17. Creta Color
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