Blindzeichnen

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Ich entdecke gerade neu das sogenannte »blind« Zeichnen.

Es ist blind genannt, weil ich nur auf meine Vorlage fixiert bin und nicht auf mein Zeichenblatt schaue. Ich umgehe damit ein kritisieren (in der linken Gehirnhälfte beheimatet), sondern unterstütze das Hinübergleiten in meine rechte Gehirnhäfte.

Üblicherweise setzt man den Stift dabei nicht ab und verfolgt nur langsam die Kontur. Aber mir geht es in erster Linie (wortwörtlich) um das erfassen der Form und Linie. Zudem hat es den erwünschten Nebeneffekt, dass es enorm meine Konzentration und Motorik fördert, die noch immer in Mitleidenschaft gezogen sind. Desweiteren verbessert es meinen Bleisteiftduktus von diesem Kleinsch… zu einer großzügeren Ausdrucksweise.

Sizze 1. Ich befinde mich noch in meiner linken Gehinhäfte.
Diesen Schreibfehler lass ich mal so stehen.

Skizze 2. Jetzt bin ich in der rechten Gehirnhälfte angekommen.

Als super genial empfinde ich die Bücher von Rien Poortvliet (Auf dem Lande). Die Gefahr besteht natürlich, dass ich zu sehr den Duktus übernehme. Aber mir kommt seine Art und Weise des Skizzierens meiner sehr entgegen. Zumal ich kopftechnisch noch einfach nicht soweit bin und ich wegen der Covid-19 Zeit schon gar nicht  »entspannt« in einem Kaffee sitzen mag.

Mittsommer

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Mittsommer, FOTO, 2020, Astrid Volquardsen

Bauernrosen

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Wie eine typische Seite meines Skizzenbuches in diesen Tagen aussieht.

Bauernrose, Guoache,Skizzenbuch 28×21cm, Astrid Volquardsen, 2020

Es verliert so ein bißchen diesen Tagebuchcharakter und wandelt sich hin zu einem Farbstudienbuch.

Insbesondere die Rot- und Grüntöne haben es mir angetan. Es gibt ein Rot auf das ich besonders abfahre: Chinacridonviolett von Horadam Schmincke. Genau dieser Farbton ist mir in Form einer Pfingstrose/ Bauernrose über den Weg gelaufen. Natürlich fehlen mir in dieser Ausführung meine Grautöne, denn ursprünglich kam es mir auf den Pinselauftrag an. Welcher Pinsel hinterlässt welche Spuren.

Wenn es Abend wird II

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Wenn es Abend wird II, Guoache, 10×10 cm, Astrid Volquardsen, 2020

Mir hat neulich eine nette Leserin mitgeteilt, wie sehr sie sich bei einigen ihrer Bilder abquält. Genau dort liegt »der Schlüssel« zum Ganzen, wenn nicht sogar zum Leben selbst.

Im Englischen sagt man: »Be comfortable in being uncomfortable.«

Sich im Schaffensprozeß wohlzufühlen bei gleichzeitigen Unwohlsein bei der Entdeckung von unbekannten Terrain. Es ist wichtig, dieses Unwohlsein auszuhalten, und (wenn möglich) Freude zu empfinden bei der Erschließeng neuer Techniken oder neuer Ausdrucksweisen.

Venus

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Venus, 10×10cm, Gouache, Astrid Volquardsen, 2020

Ein ständiger Begleiter bei der Wetterlage, auch Abendstern genannt.

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