1. Pastellwettbewerb der Deutschen Pastell Gesellschaft
Im Portrait
Die Jurorin für den 1. Deutschen Pastell-Wettbewerb
Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass es für uns eine riesige Freude und Ehre ist, eine ganz besondere Pastellmalerin als Jurorin für unseren ersten Wettbewerb ankündigen zu dürfen. Kaum jemand hat die Pastellmalerei hier in Deutschland so präsent werden lassen wie sie. Sie war bereits vor vielen Jahren ein Pionier auf weitgehend unbekanntem Terrain in der damals noch eher wenig bekannten Welt der Pastellmalerei. Durch ihre Bilder und ihren unverwechselbaren Stil ist sie hier zu einem der großen Namen in der Pastellmalerei geworden. Trommelwirbel und Applaus für:

Astrid ist insbesondere durch ihre Küstenmotive bekannt geworden. Schäumende Gischt, weite Dünenlandschaften, endlose Horizonte, aber auch lebendige Szenen aus Häfen oder Stadtansichten nehmen die Betrachter ihrer Bilder sofort gefangen. Aus jedem ihrer Pastelle spricht die Liebe zu ihren Motiven, aber auch zu den Pastellen. Astrids Werke versprühen jene besondere Lebendigkeit, die nur entsteht, wenn man den Charakter seiner Motive erspüren kann und sie mit Herzblut zu Papier bringt.
Wer das Glück hatte, an ihren Kursen teilnehmen zu können, hat ihre Begeisterung für das Medium Pastell, aber ebenso ihr Können live erleben dürfen und wertvolle Herangehensweisen an die Malerei mit auf den Weg bekommen. Eine lange Liste erfolgreicher Ausstellungen, aber auch renommierte Auszeichnungen und Preise zeugen von der Qualität ihrer Malerei. Nicht nur Pastelle, sondern auch Ölfarbe, Gouache und mittlerweile digitale Malerei fanden in ihren Bildern Einsatz.
Astrids Weg hat sich vor einigen Jahren abrupt durch eine Krankheit verändert. Trotzdem blieb sie der Kunstwelt weiter treu, und mit den spannenden Richtungen, die ihr nun den neuen Pfad weisen, werden uns sicherlich auch in Zukunft neue Bilder von ihr staunen lassen.
Einen kleinen Einblick in Astrids Werdegang und in ihr künstlerisches Schaffen gibt die folgende Vita mit ein paar kurzen Fragen. Darüber hinaus gibt es weitere Informationen zu ihr und ihrer sehenswerten Kunst.
Vita
1969 in Hamburg geboren, Studium an der Technischen Universität und Hochschule für bildende Künste Braunschweig sowie am College of Higher Education in Bath/England. 1998 zweites Staatsexamen. Seit 2002 als selbständige Künstlerin tätig. Astrid Volquardsen ist Preisträgerin des Bronze Medal Awards des Pastel Journals (USA – 2013) sowie des Daler & Rowney Awards der Pastel Society UK in den Mall Galeries London (UK – 2013).
In ihrem Blog berichtet sie regelmäßig über ihre Malerei und gibt Einblicke in ihre Arbeit. Zu sehen sind beispielsweise Ausschnitte aus Skizzen-Büchern, Plein-Air Studien und Fotos ihrer Arbeit vor Ort sowie die fertigen Atelierbilder.
„2018 wurde bei mir ein Hirntumor diagnostiziert, der in einer OP nur teilweise entfernt werden konnte. Als ich Mitte 2023 zunehmend auf Lösungsmittel reagierte, wandte ich mich komplett der Digital Art zu. All das was ich in der Malerei geschaffen habe, kommt mir nun zu Gute. Es fügt sich jetzt zusammen in der Digital Art: Komposition und Tonwerte, deckender Farbauftrag wie bei Pastell, Öl oder Gouache. Im Zentrum meiner naturalistischen Malerei steht immer noch das Licht- und Schattenspiel. Bei der digitalen Malerei kommt ein Stift zum Einsatz, mit dem ich direkt auf einem iPad malen kann. Mit dem Stift habe ich Zugang zu vielen digitalen Pinseln die sich in Form, Struktur und Deckkraft unterscheiden. Die Größe kann ich beliebig variieren.“
Fragen & Antworten
Astrid, wie ist, kurz dargestellt, deine Vorgehensweise beim Pastellmalen?
- Ich sehe Formen
- Ich vereinfache
- Mit dünnem Kohlestift (Weinkohle) Formen vorzeichnen und danach abklopfen
- Von gross nach klein.
- Ich unterteile Bereiche in 3-5 Tonwerte.
- Vorher die Hauptfarben aufgrund der Tonwerte zusammen sammeln. Der Rest erfolgt dann im Laufe des Bildes.
- Immer ein kleines Stück vom gleichen Malgrund bereithalten, um neu hinzugefügte Pastelle auszuprobieren!
- Die Augen zusammenkneifen (blinzeln)
- Arbeite möglichst im Stehen an der Staffelei. So kannst du auch mal einen Schritt zurückgehen.
- Jeden Tag skizzieren/malen. Und sei es nur für 15 Minuten. Konstanz ist hier das Zauberwort.
- Bleibe immer neugierig und lasse dich nicht von deinen Träumen abbringen.
Welchen Tipp würdest du geben, um Fortschritte zu machen?
Sich niemals vor Fehlern zu fürchten. Ich habe lange gebraucht, um damit meinen Frieden zu schließen. Letztendlich ist es nur eine Skizze/ein Bild.
Was ist für dich das Besondere an Pastellen?
Die Leuchtkraft! Ich habe nur Pastelle mit hervorragenden Pigmenten genommen. Sennelier, Unison, Terry Ludwig and Girault. Das trifft auch zu, was das Papier angeht. Ich arbeitete gern auf Sennelier Pastel Card und auf Uart grade 320. Hier stand für mich die Haptik im Vordergrund, und die ist bei jedem verschieden.